Hochfelln - Berglauf Bergen

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Presseberichte Hochfellnberglauf - Archiv

Hochfellnberglauf wieder unabhängig

Der 32. internationale Hochfellnberglauf am 25. September 2005 steht unter dem Patronat der International Association of Athletics Federations (IAAF) und des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV), von der World Mountain Running Assotiation (WMRA) indes hat sich Deutschlands ältester, bekanntester und weltweit bestbesetzter Berglauf abgenabelt: Zu groß waren die Meinungsverschiedenheiten mit dem „Dachverband“ und zu herb war die Enttäuschung über die selbstherrliche Terminüberschneidung mit der World Mountain Running Trophy 2005, der inoffiziellen Berglaufweltmeisterschaft. Als „Adelholzener-Hochfellnberglauf, Berglauf-Grand-Prix und Großer Preis von Deutschland“ wird der deutsche Klassiker dieses Jahr und künftig ausgeschrieben, am Austragungsmodus und organisatorischen Abläufen ändert sich nichts.

Hochfellnberglauf-Organisator Georg Anfang glaubt, dass sich die Terminkollision mit der WM in Neuseeland nicht allzu negativ auswirken wird. Wellington/NZL ist eine Bergauf/bergab-Disziplin, die wegen der Verletzungsgefahr der Bergabpassagen von vielen Athleten abgelehnt wird. Viele Nationen haben außerdem angekündigt, sich schon aus Kostengründen die 22-stündige Anreise nicht unbedingt antun zu müssen.

Inzwischen hat der DLV bekanntgegeben, den Hochfellnberglauf 2005 wieder als Wertungslauf zur Rangliste Juniorinnen, Junioren, Frauen Männer heranzuziehen. Das Bergener Resultat wird ferner für die BSV-Rangliste Juniorinnen, Junioren, Frauen, Männer gewertet. Deutsche Spitzenklasse ist somit am Start und mit Spitzenläufern der führenden Berglaufnationen bestehen ohnehin enge persönliche Kontakte.

ng 26.12.04 

Kommentar: Unwürdiges WMRA-Grand-Prix-Finale

Spitzenathleten ignorieren weitgehend Soft-Berglauf Smarna-Gora

Die Athleten lassen sich von den WMRA-„Führungskräften“ nicht steuern, besser gesagt bevormunden. Sie entscheiden selbst, wann und wo sie an den Start gehen. Konkret: welche Rennen lukrativ und welch „Angebot“ uninteressant, ja Berglauf- Mogelpackung ist. Smarna-Gora-Race 2004 ist beispielhaft dafür. Nach 6 Jahren Grand-Prix-Finale in Bergen/ GER war diesmal Ljubljana/Slowenien „ Schauplatz der Berglaufweltelite“. Aber nur sechs von 13 Preisgeldrängen Gesamtwertung Männer und zwei von acht Preisgeldrängen Frauen folgten dem Ruf des „populärsten Berglauf der Sonnenseite der Alpen“. Alle anderen lassen sich das Preisgeld WMRA-Grand-Prix mittels Auslandsüberweisung auszahlen. Nicht am Start waren die ersten vier Frauen der Gesamtwertung, auch Gesamtsieger Wyatt verzichtete auf einen Einsatz beim Finale, nicht zuletzt wegen des berglaufunwürdigen Streckenprofils, cirka 350 Höhenmeter bergauf zum Gmada ( 678 m) , bergab zum Start, bergauf zum Gora ( 669 m) und wieder bergab zum Start.
2005 sind drei solcher „Bergläufe“ im Programm des WMRA-Grand-Prix: Gibraltar, Sauze d´ Oulx und Zell/Harmersbach. Die Disziplin Reinbergauf und Berglauf im herkömmlichen Sinne mit 800 Höhenmeter und höher verkümmert und die Damen und Herren WMRA kapieren immer noch nicht, dass sie mit ihren merkwürdigen Entscheidungen die Basis der Leistungssportart Berglauf untergraben. Kein Wunder, dass Eigeninitiativen entwickelt werden und sich immer mehr potente Berglaufveranstalter vom Dachverband abnabeln.
Höchste Zeit, die ungute Entwicklung wieder in den Griff zu bekommen. Der Ruf nach einer jährlichen Berglaufveranstalterkonferenz wie zu Zeiten Heinrich Clausen`s, wo Dialog noch groß geschrieben und die Erfahrung der Organisatoren noch in die Dispositionen eingebracht wurden, wird immer lauter. Nicht nur im WMRA „brennt der Hut“, auch der Deutsche Leichtathletikverband hat seine Hausaufgaben nur unzureichend erledigt. In Darmstadt und in Erlenbach ist eine Neuorientierung dringend erforderlich. Georg Anfang
09.10.2004
 

Kenianer Kirui Weltmeister im Halbmarathon

Der Kenianer Paul Kirui hat sich am 3.10. in Neu Delhi den Weltmeistertitel im Halbmarathon erkämpft. Bei der WM-Premiere in Asien und den ersten großen Leichtathletiktitelkämpfen in Indien setzte sich Kirui in 1.02.15 Stunden durch. Zweiter wurde Fabiano Joseph aus Tansania ( 1.02.31) vor dem früheren Keniana-Läufer Addullah Ahmad Hassan ( Katar), 1.02.36 Stunden.
Kirui ist auch in Berglaufkreisen kein Unbekannter. Zuletzt ging er beim Grand-Prix 2003 in Borno/Italien an den Start und gewann mit 52.13.0 vor Marco Gayardo, ( 53.51.0) und Manzi ( beide Italien), 54.24.0. Gayardo hat eine Hochfellnberglauf-Bestzeit von 42.55.6. Wyatt´s Streckenrekord steht auf 40.34.9, also 2.20,7 Minuten schneller als Gayardo. 1.38 Minuten war Kirui in Borno schneller als Gayardo, Gayardo am Hochfelln 2.20,7 langsamer als Wyatt am Hochfelln. Rein rechnerisch hätte Wyatt also einen Vorteil von 1.17 Minuten. Was soll mit diesen Zahlenspielen belegt werden? Auch gegen absolute Weltklasseathleten Cross, Straße, Bahn, Weltmeister der Disziplin Halbmarathon braucht sich der vierfache Berglaufweltmeister nicht zu verstecken. Von Wyatt besiegt zu werden, eine Schande ist das wahrlich nicht.
 

Wyatt-Festspiele am Hochfelln gehen weiter

Neuseeländer Ausnahmeathlet gewinnt 31. Berglauf
Auch Confortola wiederholt Vorjahressieg

Bergen (H)
Die Jonathan-Wyatt-Festspiele in Bergen sind auch am gestrigen Sonntag weitergegangen. Der neuseeländische Ausnahme-Bergläufer gewann den 31. Hochfellnberglauf zum 5. Mal und legte dabei mit 41.25.1 Minuten auf der 8,9 km langen Strecke mit 1074 m Höhendifferenz eine Zeit vor, die zwar um 51 Sekunden unter seinem eigenen Streckenrekord blieb, angesichts der deutlichen Überlegenheit des 32-Jährigen aus Wellington aber auch nicht unbedingt zu erwarten war. Platz zwei belegte mit einem Rückstand von mehr als eineinhalb Minuten der Brite John Brown. Erfreulich aus deutscher Sicht war der dritte Platz des Allgäuers Helmut Schießl. Der Vizeweltmeister auf der langen Strecke 2004 und dreimalige Deutsche Meister benötigte bei seinem zweiten Auftritt am Hochfelln 43.32.0 Minuten und verteidigte damit seinen Stockerlplatz mit rund sechs Sekunden Vorsprung vor den Tschechen Robert Krupicka (43.43,3) und Roman Skalsky ( 44.19.4). als bester Österreicher kam Markus Kröll (44.42.0) auf den sechsten Rang, gefolgt vom Italiener Emanuele Manzi ( 44.37.7)Auch bei den Damen gab es ein bekanntes Gesicht auf dem obersten Treppchen: Die Italienerin Antonella Confortola gewann den Lauf in 51.23.0 Minuten vor der ehemaligen
Hochfelln-Siegerin Izabela Zatorska (52.36,9) und der Schweizerin Daniela Gassmann
(53.38.9). Stefanie Buss aus Neuss verfehlte als beste deutsche Läuferin mit (55.40,4) Minuten das Treppchen deutlich.

Herren:

  • Jonathan Wyatt, Neuseeland 41.25,1
  • John Brown, Großbritannien 42.58.4
  • Helmut Schießl, Deutschland 43.32.0
  • Robert Krubicka, Tschechien 43.43,3
  • Roman Skalsky, Tschechien 44.19.4
  • Markus Kröll, Österreich 44.42.0
  • Emanuele Manzi, Italien 44.47.4
  • Martin Cox, Großbritannien 44.51.8
  • Pastor Victor Lopez, Spaniel 44.56.4
  • Jean Christophe Dupont, Frankreich 45.31.8

Damen:

  • Antonella Confortola Italien 51.23.o
  • Izabela Zatorska, Polen 52.36.9
  • Daniela Gassmann, Schweiz 53.38.9
  • Stefanie Buss, Deutschland 55.40.4
  • Marion Kapuscinski, Österreich 56.22.2

20.09.2004
 

Fatale Fehleinschätzung von Verbandsgewaltigen (Kommentar)

Altgediente stufen Bergläufer als Exoten ein, die mit Laufen in der Ebene nichts gemein haben

Der Hochfellnberglauf ist neben dem ISTAF Berlin die einzige deutsche Leichtathletikveranstaltung, die unter dem Patronat des IAAF steht und der das IAAF-Permit ausgesprochen wurde. Ein weiterer Beweis für den weltweiten Stellenwert und den Bekanntheitsgrad des deutschen Berglaufklassikers! BLV-Laufwart Willi Wahl, BLV-Vizepräsident und Breitensportwart Herwig Leiter und auch BLV-Geschäftsführer Anton Thalhammer haben die internationale Aufwertung aber offenbar nicht kapiert und nehmen zum Bergener Anspruch auf Vorrechtsterminsicherung eine Haltung ein, die einem die Haare zu Berge steigen lassen.
BLV-Laufwart Wahl und Breitensportsportwart Leiter definieren die Verbandsvorschrift Vorrechtsterminsicherung sehr eigenwillig: „ Wenn es sich um stark unterschiedliche Strecken und nicht das gleiche angesprochene Klientel handelt, dann könnten auch beide Veranstaltungen“, ( der Hochfellnberglauf und der Keferlauf des TSV Rosenheim) „am selben Tag genehmigt werden“. Wahl und Leiter begründen ihre Entscheidung ferner damit, Bergen sei als 31-jähriger Traditionsveranstalter als Neuveranstalter zu behandeln, da Bergen 2003 vom Traditionstermin letzter Sonntag im September abgewichen sei. Dass Bergen 2003 in Absprache mit dem Deutschen Leichtathletikverband um eine Woche verschoben hat, weil die WMRA-Funktionäre die Terminplanung vergeigt hatten und am selben Tag wie das WMRA-Grand-Prix-Finale auch die WMRA-Masters WM in Deutschland angesetzt wurde, verschwiegen die Führungskräfte des Bayerischen Leichtathletikverbandes wohlweislich.
Der Hochfellnberglaufveranstalter Ski-Club Bergen Bergen wird nun nachträglich dafür bestraft, dass er die Verantwortlichen der beispiellosen Fehlleistung vor einer großen Blamage verschonte.
„Ergänzend und damit abschließend“ merkte der hauptamtliche Geschäftsführer des BLV, Anton Thalhammer an, „dass sich Ihre“ ( ebenfalls als Volkslaufveranstaltung genehmigte) „Berglaufveranstaltung und die cirka 40 km entfernte Volkslaufveranstaltung nicht im Geringsten gegenseitig ausschließen. Es ist, da werden Sie mir als Kenner der Szene sicherlich zustimmen, der Keferlauf Rosenheim damit keine für Sie konkurrierende Veranstaltung“. Herwig Leiters Senf dazu:“ Es besteht aus langjähriger Erfahrung keine direkte stärkere Konkurrenz eines Berglaufes zu einem normalen Lauf in der Ebene“.
Statements, Rechtfertigungsversuche, fatale Fehleinschätzungen und arrogante Behandlungsmethoden gegenüber Mitgliedsvereinen. Während dessen dümpelt die bayerische Leichtathletik so vor sich hin. Kein Wunder, wenn Exekutive und Legislative in einer Hand ist, wenn die Sportgerichtsbarkeit mit dem „Fall“ erst gar nicht betraut wurde und wenn immer noch Leute am Ruder sind, die den Bezug zur Basis schon längst verloren haben.

Georg Anfang
 

Kommentar: Reisefreudige Berglauffunktionäre

Nach La Reunion im Indischen Ozean 1988, Mt. Kinabalu-Park (Malaysia) 1999, Bergen 2000, Innsbruck 2002, Girdwood (Alaska) 2003 und Sauze Oulx (Italien) dieses Jahr findet die „World Mountain Running Trophy“ (inoffizielle Weltmeisterschaft) wieder in einem fernen Kontinent statt. Wellington/Neuseeland, die Heimatstadt von Jonathan Wyatt wurde als Austragungsort 2005 auserkoren. Gegenkandidat Kezwik/Schottland hatte im Council und im Kongress nicht den Hauch einer Chance. Beim Kongress in Sauze dÓulx wiederum wurde als WM-Ausrichter 2006 die Türkei bestimmt. Offizielle Berglauf - Europameisterschaften der Europäischen Atheltik Assotiation (EAA) kamen bislang in Camaro de Lobos, Atlantikinsel Madeira 2002, Trento 2003, und Korbielov/Polen 2004 zur Austragung. Heiligenblut mit dem Großglocknerlauf ist als Veranstaltungsort 2005 an der Reihe. Die Entscheidung für 2006 ist noch nicht gefallen. Polen hat sich erneut beworben, fiel aber bei den „Councilmitgliedern“ in Ungnade. An Gibraltar wird also kein Weg vorbei führen, schon wegen des attraktiven Reisezieles.

„Angesichts der positiven Entwicklung der Leistungssportart Berglauf und der Teilnahme bereits von 40 Nationen aus allen Kontinenten sei ernsthaft mit der Anerkennung als offizielle Weltmeisterschaft der IAAF gedacht. Schon im Jahre 2006 sei mit dieser Aufwertung zu rechnen“. Der Präsident des italienischen Berglaufverbandes, (FIDAL) der auch dem Präsidium des Leichtathletik - Weltverbandes (IAAF) angehört, wollte die Delegierten und die Vorstandsmitglieder der World Mountain Running Assotiation (WMRA) in der Eröffnungsrede im Kongress mit dieser „gute Nachricht“ überraschen. Die Vorstandsriege indes war von dieser Nachricht sichtbar geschockt. Spontan und diplomatisch fügte er dann zu, „sofern es der WMRA denn wünsche“. Wünschen werden es die WMRA-Vorstandsmitglieder niemals wollen. Schliesslich würde der ganze Verband wie schon bei der Europameisterschaft zur Bedeutungslosigkeit abgestempelt werden oder sich ganz erübrigen. Nutzniesser der Aufwertung durch den IAAF wären die Leistungssportart Berglauf, die Athleten, die Organisatoren. Deren Interessen haben sich jedoch den Interessen der reisefreudigen WMRA - Funktionäre unterzuordnen! Basta.

Georg Anfang
 

Sturmlauf von Jonathan Wyatt zum Casto Rossa

Damensieg geht in Abwesenheit von Europameisterin Anna Pichrtova an die Polin Izabela Zatorska

Nach Aushang der Startliste war es amtlich: Jonathan Wyatt, der „weltbeste Bergläufer der Neuzeit“ ( Gazetto dello Sport) wird auch in der Römerstadt Valle di Susa/Italien seine beeindruckende Siegserie fortsetzen. Alle wähnten ihn schon in Athen, wo er diesen Sonntag den Marathon bestreitet. Wyatt indes zog es noch einmal in die Berge, nachdem er sich knapp 14 Tage in Mailand in der Ebene und Hitze auf die Olympiade vorbereitete. Der dreifache Weltmeister nahm von Anfang an die Geschicke in die Hand, kontrollierte das Tempo auf der 15,4 km langen Strecke mit einem Höhenunterschied von 1500 m und hatte auf dem höchsten Punkt , dem Grande Sevini bereits einen „beruhigenden Vorsprung“. Auf der schwierigen Bergab-Passage kurz vor dem Ziel ging Wyatt dann kein Risiko mehr ein und dennoch gewann er nunmehr schon zum fünftenmal in ununterbrochener Reihenfolge den italienischen Berglaufklassiker mit 1.14.37 Stunden. Mit knapp 3 Minuten Rückstand folgte Marco Gaiardo ( 1.17.26) auf Platz zwei und mit weiteren 1.15 Minuten Rückstand Antonio Molinari ( 1.19.42) auf Rang drei. Wyatt verbesserte seinen eigenen Streckenrekord ohne jeglichen Druck um 32 Sekunden, „standesgemäß“ und nicht nur des Rekordbonus wegen. Neben Antoni Molinari, der einige Jahre verletzungsbedingt international nicht mehr in Erscheinung getreten ist und sich auf Anhieb wieder für die Berglauf-WM in Sauze d`Olux qualifizierte, überraschte erneut der Brite John Brown als Vierter. Brown setzte sich somit mit 142 Punkten auf Rang vier der Grand-Prix-Zwischenliste ( Weltrangliste), nur drei Punkte hinter dem Österreicher Markus Kröll, der diesmal mit 1.22.51 neunter wurde: Wyatt steht mit vier Siegen und der Idealpunktzahl von 400 Punkten bereits vor dem Hochfellnberglauf Bergen ( 26. September) und dem Finale in Ljubljana ( 9. Oktober) als Gesamtsieger fest. Robert Krubicka, Tschchien taktierte. Er holte zeitgleich beim Kitzbühlerhornlauf als Sieger das Preisgeld ab und verteidigte mit 155 Punkten dennoch den zweiten Rang. Enttäuschend das Abschneiden des Großglockner-Zweiten Martin Cox, Großbritannien mit 1.25.21 auf Rang 19, der mit dieser Form wohl auch seine Erwartungen bei der WM in 14 Tagen stark zurückschrauben muss. Susa war letzte Standortbestimmung vor der WM in Sauze d´Olux, zwischen Susa und Sestriere gelegen. Die Italiener mit den Plätzen 2, 3, 5 ( Emanuele Manzi) und 6 ( Roberto Porro) sind gerüstet, bei der Heim-WM die „Blamage“ vergessen zu lassen, als sie ausgerechnet bei der WM Susa 1992 die einzige Niederlage im Teamwettbewerb seit Durchführung der WM im Jahre 1985 hinnehmen mussten.

Izabela Zatorska Damensiegerin

Bei den Damen siegte auf verkürzter Strecke ( 7,9 km, 585 Höhenmeter) Izabela Zatorska (Polen) mit 48.08 Minuten vor Skilangläuferin und WM-Staffelsiegerin Antonella Confortola mit 48.30 und Mathilda Ravizza, ebenfalls Italien mit 48.59 Minuten. Zatorska führt mit 320 Punkten jetzt auch die Grand-Prix-Zwischenliste an, den Susa-Streckenrekord von Birgit Sonntag vom WM-Jahr 2000 ( 46.45 Min.) konnte sie nicht gefährden. Die 42-jährige! Polin muss nun Wohl oder Übel die Bürde der WM-Favoritenrolle übernehmen. Die Schweizer Meisterin Daniela Gassmann verzichtete auf Grand-Prix-Punkte (und gewann zeitgleich den Matterhornberglauf Zermatt) und Confortola werden nach Susa als ihre schärfsten Gegnerinnen gehandelt. Moon/Neuseeland und Mudge/Schottland haben die ganze Saison noch nicht in das internationale Geschehen eingegriffen und bei Europameisterin Anna Pichrtova wäre es ein absolutes Novum, wenn sie zwei Wochen nach der Hitzeschlacht beim Olympiamarathon am Start sein würde.

Deutsche Athleten Mangelware

Auf dem Costa Rossa im Massiv Grange Sevine, wo im 2. Weltkrieg die Partisanendivision Stellino „Aldo Logi“ gegen die Deutschen kämpften, waren die deutschen Bergläufer nur mit Paul Sickermann vertreten. Nur er erfüllte mit dem guten 11. Rang und 1.24.07 Stunden die Norm des Deutschen Leichtathletikverbandes ( DLV) , zweimal Platz eins bis 15 bei Grand-Prix-Wettbewerben, obwohl er wegen fehlender ST-Erklärung für die Nominierung der deutschen WM-Mannschaft nicht vorgesehen ist. Jenne u. Co. indes blieben ihre Softlinie treu, sie trainieren, trainieren, trainieren, belegen Trainingslager während der Wettkampfsaison, starten bei irgendwelchen Hügelläufen und qualifizieren sich ausschließlich bei nationalen Wettbewerben. Außer Helmut Schießl, TSV Buchenberg, der in Gibraltar startete und bei der Berglauf-Langdistanz-Weltmeisterschaft Sierre-Zinal/Schweiz Silber erkämpfte hat keiner der sechs deutschen WM-Teammitglieder in der ganzen Wettkampfsaison einen internationalen reinbergauf-Vergleich

Zugpferd Callenge Stellina

„Callenge Stellina“, ein friedlicher Wettkampf einstiger Kriegsparteien entwickelte sich von einem regionalen „Partisanenlauf“ durch den finanziellen und organisatorischen Einsatz der Nachfahren von Commandante Guillo Bolaffi zu einem der renommiertesten Bergläufe weltweit. Wegen Flugkostenübernahme für Nationalmannschaften und der höchsten Preisgelder der Grand-Prix-Serie ( der Sieger bekommt eine wertvolle Briefmarke oder den Gegenwert von 2.500.- Euro in Bar) ist Susa ein ständiger Konkurrent von Bergen um das Prädikat bestbesetzter Berglauf weltweit Traditionsbewusst und südländisch war das Rahmenprogramm von Susa. Unmittelbar nach Zieleinlauf des Pfarrers ( 1.31.47) wurde auf dem großzügigen Almgelände eine Gedenkmesse gefeiert. Anschließend war mit logistischer Hilfe des Heeres eine riesige Hufeisentafel aufgebaut und allen Teilnehmern, Helfer, Zuschauern und Gästen von den Veteranen oder deren Nachkommen Beaf a la Mode, Polenta, Käse und Pymonter Rotwein

aufgetischt worden.
23.8.2004
 

Bergens Ausstieg vom WMRA-Grand-Prix jetzt offiziell

Hochfellnberglauf künftig immer am letzten Sonntag im September

Der Einmischung in innere Angelegenheiten und der ständigen Terminüberschneidungen überdrüssig, kündigte OK-Chef Georg Anfang am 14.8.2004 den Directoren der World Mountain Running Assotiation ( WMRA) die Grand-Prix-Allianz auf. Bergen bleibt künftig beim Traditionstermin letzter Sonntag im September und installiert einen selbstständigen Grand-Prix. Dass zeitgleich mit dem Hochfellnberglauf (Grand-Prix-Finale) die World Trophy (Weltmeisterschaft) Neuseeland angesetzt wurde, betrachtet der SC Bergen als grobe Missachtung der Anstandsregeln und als erneuten Beweis der Unfähigkeit der WMRA-Councilmitglieder. Inzwischen haben sich die Gemüter wieder beruhigt und der Ski-Club Bergen nimmt die „Tatsachenentscheidung“ billigend in Kauf. Schließlich wird die World Trophy (Berglauf-Weltmeisterschaft) turnusmäßig in der Disziplin Bergauf/Bergab ausgetragen und es gibt eine Menge Weltklassebergläufer, die sich derartige verletzungsanfällige „Events“ nicht antun wollen.
Ob Bergen einen Verbund mit dem Matterhornberglauf Zermatt oder weiteren renommierten Berglaufveranstaltern eingeht, die ebenfalls schlechte Erfahrungen mit den WMRA-Führungskräften gemacht haben, ist noch nicht entschieden. Keine Frage, Bergens Ausstieg löst ganz gewiss in den internationalen Gremien , bei den Delegierten der nationalen Verbände und beim Kongress in Sauze d`Oulx heftige Diskussionen aus. Bergen ist schließlich seit 1996 „federführender“ Grand-Prix-Veranstalter und Bergens OK-Chef Georg (Bibi) Anfang als Urheber der Grand-Prix-Serie zählt in internationalen Kreisen nicht unbedingt zu den Hinterbänklern.
Anlässlich der Grand-Prix-Arbeitsgruppensitzung in Heiligenblut versuchten die WMRA-Vertreter Wolfgang Münzel und Tomo Sarf die verfahrene Situation noch zu retten. Die neuerliche Terminkollision World Trophy und Grand-Prix-Finale war nicht bewusst herbeigeführt worden, beteuerten sie. Es handele sich vielmehr um eine Gedankenlosigkeit des Präsidenten.
Bergen solle auf den 5. September ausweichen, wurde ins Gespräch gebracht, den einzigen Termin, den der WMRA akzeptieren würde. Bergen aber winkte ab: Am 5. September sei Fremdenverkehrshochsaison, Probleme mit Hotelreservierung und Seilbahnkapazitäten seien vorprogrammiert und außerdem würde Bergen dann Susa und dem Dreizinnenmarathon Sexten ins Gehege kommen.
Fazit: Der deutsche Berglaufklassiker ist ab 2005 wieder selbstständig, ist nicht mehr am Gängelband von Verbandsfunktionärs-Auslaufmodellen. Eine wilde Veranstaltung ist der Hochfellnberglauf dennoch nicht: Der zuständige Dachverband ist der Deutsche Leichtathletikverband ( DLV), und der deutsche Klassiker steht unter dem Patronat des IAAF.
Die Abnabelung vom WMRA ist mit keinerlei Nachteilen für den Ski-Club Bergen verbunden. Die Zermatter, die bereits im Vorjahr wegen ähnlicher „Freundlichkeiten“ die Konsequenzen gezogen haben, leben seitdem in Frieden. Einen großen Fehler räumt der Bergener Organisationschef ein: nicht bereits im Vorjahr mit dem Matterhornlauf den endgültigen Schlussstrich mit den WMRA- Vertretern gezogen zu haben.

14.8.2004 (ng)
 

Helmut Schießl überzeugt in Sierre/Schweiz

Silbermedaille beim „1. WMRA World mountain Running Long Distance
Championships”, der Berglauflangdistanz-Weltmeisterschaft 2004 

Ultra, Berglaufmarathon und bergauf/bergab-Disziplinen sind die Stärken von Helmut Schießl, TSV Oberstaufen und prompt landete der amtierende Deutsche Meister einen Spitzenplatz bei Schweizer Klassiker „ 31. internationaler Course Sierre Zinal“ über 31 km und einem Höhenunterschied von 2000 m bergauf und 1000 m bergab. Schießl unterlag mit 2.36.06,7 nur dem Mexikaner Ricardo Mejia ( 2.34.25.0) und war nur sieben Minuten über dem Streckenrekord von Jonathan Wyatt des Vorjahres. Max Frei aus Freiburg/Breisgau, wie Schießl Broncemedaillengewinner bei der WM Alaska 2003 belegte bei diesem mit vielen Weltklasseläufern besetzten Traditionslauf den beachtlichen 11. Rang von 2595 Teilnehmern.
Der Rennverlauf machte deutlich, dass Helmut Schießl durchaus mit der Weltelite mithalten kann und auch Max Frei für Überraschungen immer gut ist. Unverständlich deshalb, weshalb sich die deutschen Eliteläufer bei Grand-Prix-Rennen so rar machen und dabei auf lukrative Weltcupränge verzichten.

Ergebnis:

1. Mejia Ricardo        Mexiko           2.34.35,0
2. Schießl Helmut        TSV Oberstaufen      2.36.06,7
3. Burns Billi         Großbritannien       2.39.03,4
4. Ancay Tarcis         Schweiz          2.39.05,4
5. Epiney Sebastien       Schweiz          2.40.07,4
6. Low Paul           USA            2.40.55,7
7. Rey Jean-Yves        Schweiz          2.41.39,4
8. Brown John          Großbritannien       2.42.42.1
9. Short Tim          Großbritannien       2.43.37,3
10. Padua Paul          Kolumbien         2.45.29,6
11. Frei Max           USC Freiburg        2.45.30,0
 

Jonathan Wyatt vollendet am Sennjoch sein Vorhaben

Rekord auf allen Strecken, die er je gelaufen ist. Anna Pichrtova überlegene Damensiegerin

Eigentlich hatte sich Jonathan Wyatt beim Großglocknerlauf vor 14 Tagen bereits von den Bergläufern verabschiedet. Dann aber ließ ihn keine Ruhe, dass in Telfes der Streckenrekord noch immer von Antonio Molinari/Italien gehalten wird. Wyatt, nach einer Infektion wieder ganz auf dem Damm, erfüllte diese Aufgabe mit Bravour. Er unterbot die 56.29 von der WM 1996 um 49 Sekunden und hat nun auf allen Strecken, die je gelaufen ist, den Streckenrekord inne. Bei der Schlickeralm nach 7,5 km und einer Höhendifferenz von 650 m hatte er bereits einen Vorsprung von 2.54 Minuten, den er auf den steilen Serpentinen zum Sennjoch dann noch auf 6.05 Minuten ausbaute. Die „Geschlagenen der letzten sechs Jahre“, Spitzenläufer, die auf grund der Zeitabstände zum Überflieger Wyatt teilweise sogar schon als „ zweite Garnitur“ abgestempelt wurden, mussten sich auch beim 14. Schlickeralmlauf Telfes mit dieser Tatsache abfinden. Zweiter wurde der Brite John Brown ( 1.01.37), Dritter wie bereits im Vorjahr Markus Kröll/Österreich ( 1.02.15).
Nach seiner weiteren Saisonplanung befragt, sagte Wyatt, er werde sich in Milano in der Ebene und Hitze gezielt auf die Olympischen Spiele Athen vorbereiten. Der 4. Grand-Prix fällt dann terminlich mit Athen zusammen, folge dessen Streichergebnis, um dann in Bergen beim Hochfellnberglauf und beim Finale in Smarna Gora/Slowenien mit Idealpunktzahl auch die Grand-Prix-Gesamtwertung zu holen. Nachgefragt, wie steht es mit der World Trophy (Weltmeisterschaft) in Sauze d Oulx antwortete der dreifache Weltmeister„man soll niemals nie sagen“. Seine Freunde aus Leutasch ergänzend, „zuzutauen ist ihm alles, auch ein 4. WM-Titel in Folge 14 Tage nach dem kräftezehrenden Marathon Athen.“ Paul Sickermann von der LG Kreis Ansbach stürmte als Vierter und bester deutscher Teilnehmer in die Phalanx Krubicka/Tschechien, Cox, Großbritannien und Schmuck/Österreich. Auch die beiden Kenianer Edward Kimosop und Rogers Kipkorik hatten gegen den glänzend aufgelegten 39-jährigen keine Chance. Sickermann, den in Berglaufkreisen praktisch niemand kannte, war bereits vergangene Woche bei der DLV-internen Quali Karwendellauf mit dem 5. Platz positiv „in Erscheinung getreten“ und hat dort auch die Vorgabe für die WM-Teilnahme erfüllt. Nominiert werden kann er dennoch nicht, da er ( oder der Verband) versäumte, rechtzeitig die Athletenerklärung „ST-Kader Antidoping“ abzugeben. 16. Gesamt und zweitbester deutscher Teilnehmer war Andreas Stitzl. Ohne Streckenkenntnis war er gegen die Weltspitze logischerweise auf verlorenen Posten. „Telfes war nicht mehr als eine harte Trainingseinheit zur Vorbereitung auf die Skisaison und große Ambitionen auf eine Teilnahme an der Berglauf-WM habe ich sowieso nicht“, sagte der Bergener. Sein Ziel war vielmehr ein Vergleich mit der Berglauf-Weltelite und mit zwei Teilnahmen an Grand-Prix-Wettbewerben ( Telfes und Hochfellnberglauf) auch in der Berglaufweltrangliste geführt zu werden.

Die deutsche Herren-Nationalmannschaftsmitglieder, die schon die Europameisterschaftsgeneralprobe schwänzten und sich außer Helmut Schießl in Gibraltar reinbergauf noch nicht der internationalen Konkurrenz gestellt haben, waren auch beim dritten Grand-Prix der Saison zu einem Einsatz nicht zu bewegen. Dabei fordert der Verband neben den Qualifikationsläufen zweimal Platz 1-15 bei Grand-Prix-Wettbewerben als Voraussetzung für die WM-Teilnahme. Sie sind nach der internen Qualifikation und anschließendem einwöchigen Trainingslager (Berglauf, Mountainbike) „platt“, ließen sie dem extra nach Telfes angereisten Berglaufwart Wolfgang Münzel ausrichten. Sichtlich enttäuscht wollte Münzel die „ungute Entwicklung“ nicht weiter kommentieren. Er räumte aber durchaus Fehler in der Trainingsplanung und Wettkampfgestaltung ein, „die es dringend abzustellen gilt, um den deutschen Berglauf wieder auf Vordermann zu bringen.“ Dass im deutschen Lager weit weniger professionell gearbeitet wird, wie zum Beispiel in Österreich, Italien und anderen führenden Berglaufnationen, liegt sicher auch daran, dass die Leistungssportdisziplin Berglauf im Deutschen Leichtathletikverband (DLV) immer noch der Abteilung Breitensport untergeordnet ist.

Überlegene Damensiegerin Anna Pichrtova

Die Tschechin Anna Pichrtova spielte beim Schlickerlalmlauf ( 11.0 km, 1310m Höhernunterschied) eine ähnlich dominante Rolle wie Wyatt bei den Herren. Sie gewann mit 1.09.26 Stunden vor Izabela Zatorska, Polen ( 1.12.23) und Moana Bernd aus Neuseeland ( 1.13.24). Zum Streckenrekord von Birgit Sonntag, Berlin ( 1.09.05) vom Jahre 2000 fehlten ihr aber trotz aller Überlegenheit 21 Sekunden. Mannschaftlich stark präsentierte sich das deutsche Damenteam. Stefanie Buss, AC Rosellen Neuss ( 1.16.41 kam auf Rang 6, Alexandra Bott, SSV Hanau-Rodenbach ( 1.18.41, Rang 7) und Kerstin Harbich, TSV Oberstaufen ( 1.18.55 ) auf Rang Acht. Angesichts der Zeitabstände kann aber auch im Damenbereich noch nicht vom Weltniveau gesprochen werden. Beste Teilnehmerin des Chiemgaues war Kathrin Cruschwitz mit 1.27.31 auf dem 16. Gesamtrang.
(1.8.2004)
 

Grand-Prix-Veranstalter SC Bergen befreit sich von der Fuchtel des WMRA

Hochfellnberglauf soll wieder unabhängig und almerischer abgewickelt werden

Bei der Europameisterschaft in Polen waren sie alle vertreten. Die „Directoren der World Mountain Running Assotiation” einerseits und die Grand-Prix-Organisatoren anderseits. Die beiden Lager schnupperten sich ab, sondierten, taktierten und legten ihre Strategien für die Zukunft fest. Alle wussten spätestens seit der „beabsichtigten Terminüberschneidung WM 2005 und Hochfellnberglauf, Grand-Prix-Finale 2005 “ (Version Anfang) beziehungsweise der Version WMRA ( „war leider nicht zu verhindern“), dass Zündstoff genug in der Luft liegt. Dass Bergen ein Zeichen setzte und noch vor der ausserordentlichen Sitzung am 16. Juli in Heiligenblut/AUT,- zu der die „Untergebenen“ vorgeladen wurden, die Konsequenzen zog, kam für viele Kenner der Szene dennoch überraschend. Nicht allerdings für jene, die die Internetadresse www.hochfellnberglauf.de verfolgten, und in der Hochfellnberglauf-OK-Chef, Georg (Bibi) Anfang bereits seit Oktober 2003 die Behandlung im Stile einer Militärjunta (nach einem Putsch gebildete Regierung) geißelte und die Wiederaufnahme von Gesprächsbereitschaft von folgenden Grundvoraussetzungen abgängig machte :

  • Terminschutz
  • Rücknahme einseitiger Monaco-Beschlüsse
  • Sitz und Stimme im Kongress
  • Wahl eines Sekretärs, Kassiers usw. aus den Reihen der Grand-Prix-Veranstalter
  • Revidierung der willkürlich abgeänderten GP-Gesamtwertung 2003
  • weiterhin Wertung zur Weltrangliste
  • Arbeitsgruppensitzung und Protokoll in deutscher Sprache, (wenn schon fünf von sechs Grand-Prix-Organisatoren im deutschsprachigen Raum beheimatet sind)

Die „Führungskräfte“ des WMRA aber wollten den Forderungen des Grand-Prix-Sprechers nicht nachkommen. „Erwartungsgemäß“, wie es Berglaufexperte und Grand-Prix-Urheber Anfang formuliert, „denn wer Schutztermine ignoriert, Protokolle manipuliert, das Reglement willkürlich abändert, die Grand-Prix-Organisatoren bevormundet und zu Erfüllungsgehilfen degradiert, dem sind Kehrtwendungen oder Kompromisse fremd“. Nach monatelanger Gängelei durch den WMRA kündigt nach Zermatt und dem Matterhornlauf 2003 nun auch Bergen mit dem Hochfellnberglauf die WMRA-Grand-Prix-Bindung. Endgültig gescheitert ist also auch die „ Zweite Ehe“, die 2002 auf dem Patscherkofel /Österreich geschlossen wurde. Man habe sich damals mit der festen Zusicherung der Wahrung der Souveränität und beschließender Wirkung der Arbeitsgruppe „einlullen lassen“. Spätestens beim Council 2003 in Alaska mussten die OK-Chefs aber feststellen, wessen Geist hier herrsche. Leicht maffiose und partisanenhafte Züge waren fortan an der Tagesordnung und die schöne Zeit, als sich die Veranstalter ohne WMRA auf die ureigensten Aufgaben konzentrieren konnten, waren vorbei.„Almerischer“ soll der Hochfellnberglauf wieder über die Bühne gehen, ohne Verbandsdirigismus, Bürokratismus und ständiger Bevormundung. Deshalb als so genannte „wilde Veranstaltung“ eingestuft zu werden, dazu besteht keinerlei Anlass. Die Traditionsveranstaltung Hochfellnberglauf ist beim Deutschen Leichtathletikverband ( DLV) angesiedelt und hat seit Dezember 2003 auch das Prädikat „IAA-Permit“, was bedeutet, unter dem Patronat des Internationalen Leichtathletikverbandes zu stehen und dessen Logo verwenden zu dürfen. Über den weiteren Weg des Grand-Prix ist noch nicht entschieden. Der Ski-Club Bergen jedenfalls hat sich vorsorglich patentamtlich bestätigen lassen, den Titel Berglauf-Grand-Prix auch künftig verwenden zu können. Der Hochfellnberglauf-Organisator voller Kampfeslust: „Wenn die Trennung Bergens dazu beiträgt, dass die Delegierten die abgehalfterten WMRA-Directoren endlich abstrafen, dann wäre ein großer Schritt in Richtung größere Anerkennung der Leistungssportart Berglauf getan. Beim Kongress am 3. September in Sauce d`Oulx/ Italien- im Rahmen der World Trophy 2004- entscheidet sich die Zukunft des Berglaufes!
 

Absicht oder Eintrübung?

Die Direktoren des WMRA werden nicht müde, zu betonen, der Berglauf-Grand-Prix sei ein „Projekt“ des WMRA . Sie sprechen von „dear friends“ partnerschaftlicher Zusammenarbeit und Mitspracherecht. In Wirklichkeit werden Schutztermine ignoriert und die Organisatoren der Wettkampfserie nach Strich und Faden „ver......, (veralbert).

Zwei haarsträubende Beispiele, wie man es nicht machen sollte:

2003: Der WMRA legt ohne Rücksprache mit den Traditionsveranstaltern die WMRA-Masters-Weltmeisterschaft in Zell-Harmersbach/Deutschland auf den Traditionstermin 30. Hochfellnberglauf in Bergen/Deutschland, zugleich WMRA-Grand-Prix-Finale und Berglauf-Weltcup. Zwei WMRA-„Events“ an einem Wochenende in einem Land!! Die „Führungskräfte“ des WMRA waren nicht bereit, die „Meisterleistung“ zu revidieren und so musste der Ski-Club Bergen vom Traditionstermin abweichen! 31 Jahre am letzten Sonntag im September, dann am 3. Oktober, nur weil ein paar „Spitzenfunktionäre“ die bekannte Methode Terminüberschneidung ( auch Zermatt wurde damit zermürbt) erneut zur Anwendung brachten.

2004: Der WMRA legt ohne Rücksprache mit den Traditionsveranstaltern, schon gar nicht mit dem in erster Linie betroffenen Ski-Club Bergen den Termin der World-Trophy 2005 in Wellington/Neuseeland auf den 24./25. September 2005 fest. Der 25. September 2005 ist Traditionstermin des Hochfellnberglaufes, zugleich WMRA-Grand-Prix und Berglauf-Weltcup ( Berglauf-Journal). Bergen muss dadurch eine Woche vorverlegen ( und kollidiert mit Zell-Harmersbach) oder wegen späterer Rückreise der Athleten aus Neuseeland zwei Wochen nach hinten verschieben ( 9. Oktober) und kollidiert dann mit Traditionstermin Jennerberglauf SK Berchtesgaden und Smarna-Gora Race Ljubliana ( 2003 Grand-Prix-Station) mit OK-Chef Tomo Sarf. Tomo Sarf, der als Mitglied des Councils an der Terminentscheidung sicher mitgewirkt hat, war wohl der Meinung, die Bergener verschieben um eine Woche auf 2.Oktober und die frischgebackenen Weltmeister reisen dann nach Slowenien, anstelle nach Bergen. Als WMRA-„Director“ und derzeitiger Grand-Prix-Unterhändler hat Tomo wirklich „uneigennützig“ entschieden.

Fazit: Verschoben wird gar nicht!!

Wir werden den neuerlichen Boykott dem Internationalen Leichtathletikverband (IAAF) vorlegen, der uns erst kürzlich das Prädikat „herausragend“ verliehen hat. Termine einfach so festzulegen, dass sie Präsident Danny Huges in den vollen Reiseplan passen, dafür hat ausser der WMRA-Clique wohl niemand Verständnis.
11.06.2004
 

Grand-Prix-Veranstalter Ski-Club Bergen probt Aufstand

OK-Chef Georg Anfang spricht von „systematischer Bevormundung und Mobbing“. „Feindliche Übernahme“ anstelle Patronanz.

Acht Monate lang hat der Veranstalter des Hochfelln-Berglaufes und Urheber des Berglauf-Grand-Prix, Georg (Bibi) Anfang die Gängelei durch die World Mountain Running Association ( WMRA) und einzelner „Directoren“ ertragen, jetzt hat dem Bergener OK-Chef die ständige Schikaniererei und Besserwisserei auf dem Magen geschlagen. Er zieht insofern Konsequenzen, dass er künftig laut Vorstandsbeschluss vom 24.Mai 2004 Anweisungen des Weltdachverbandes als unerwünschten e-Müll (Werbespam) betrachtet.
Anfang erinnert an die Einigung auf dem Patscherkofel 2002, die unter der Premisse zustande kam, dass die Ziele des WMRA und die Souveränität der „BIG 5“ nicht in Frage gestellt werden. Die Rede war immer von „Patronat“, also Schirmherrschaft/Ehrenschutz, nie aber von einer untergeordneten Abteilung, die unter der Fuchtel des WMRA steht. Der Berglauf-Grand-Prix ist seit 1997 ein eigenständiges Gewächs, die Einschätzung von Director Tomo Sarf, die lukrative Serie sei ein „Projekt des WMRA“ sei bezeichnend für Arroganz und Befehlston seit der „Machtergreifung“ auf kaltem Wege in Alaska 2003.
Abmachungen der Arbeitsgruppe Berglauf vom 5.10.03 werden bewusst nicht eingehalten, die Forderung auf Sitz und Stimme im Kongress erst gar nicht weiterverfolgt, nach „Gusto“ wurde in Monaco einseitig das Reglement abgeändert, Aufforderung zum Zahlungsboykott, und so weiter und so fort. „Der Hut brennt, die Ehe WMRA/ Grand-Prix-Veranstalter ist zerrüttet“ formuliert Georg Anfang drastisch die derzeitige Situation. Zumindest das Organisationskomitee von Bergen lässt sich die Behandlung „im Stil einer Militärjunta“ (nach einem Putsch gebildete Regierung) nicht mehr länger gefallen. IAAF und Deutscher Leichtathletikverband werden in Kenntnis gesetzt, wie verdiente Organisatoren von „Verbandsführungskräften“ behandelt werden. „Ehe der Hahn dreimal kräht“, ist die Partnerschaft aufgekündigt, droht Anfang, der sich gerne auf die schönen Zeiten zurückerinnert, wo sich die Veranstalterorte ohne WMRA in Ruhe auf die ureigensten Aufgaben konzentrieren konnten. Mit Rücksicht auf sein „Nervenkostüm“ schalte Anfang solange auf „absolute Nullreaktion“, bis sich das WMRA-Council auf faire Vorgehensweisen besinnt und die ständige penetrante Einflussnahme der „grauen Eminenz“ aus Großbritannien eingestellt wird.
Als Grundvoraussetzung für Wiederaufnahme der Gesprächsbereitschaft seitens des OK Bergens nannte der „engagierte Poltergeist“ ( Berglauf-Journal) und unumstrittene Kenner der Berglaufszene

  • Terminschutz
  • die Rücknahme einseitiger Monaco-Beschlüsse
  • Sitz und Stimme im Kongress
  • Wahl eines Sekretärs, Kassiers, Pressewartes und Beauftragten für TV und Sponsoring
    aus den Reihen der Grand-Prix-Veranstalter ( „BIG 5“)
  • Bereinigung des Abstimmungsmissverhältnisses in der Arbeitsgruppe Berglauf
  • die Revidierung der willkürlich abgeänderten Grand-Prix-Gesamtwertung 2003
  • weiterhin Grand-Prix-Gesamtwertung analog Weltrangliste
  • und wie eigentlich beschlossen, - aber bewusst nie praktiziert-, die
    „Kommunikation“ auch in deutscher Sprache, (wenn schon vier von fünf FIX- Veranstalterorte im deutsch-sprachigen Raum beheimatet sind).

Berg-Heil
Georg ( Bibi) Anfang
01.06.2004
 

Preisgeld Masters-Grand-Prix

Auf Anweisung von „Oben“ durfte für die Grand-Prix-Serie 2004 keine Masters-Wertung mehr ausgeschrieben werden. So hat sich der Ski-Club Bergen entschlossen, sozusagen auf eigene Faust örtlich die im Prinzip sehr positive Masters-Wertung fortzuführen.
Preisgelder von 50.- Euro, 30.- Euro und 20.- Euro werden an die ersten drei der Altersklasse Männer 40, 50 und 60 und Frauen W 40 und 50 “ausgeschüttet“. Eine kleine Anerkennung an die Senioren, die hoffentlich wieder recht zahlreich am deutschen Klassiker teilnehmen.
 

”Nordic Walking” beim Hochfellnberglauf

Von 1974 bis 1979 gab es beim Hochfellnberglauf, dem ältesten deutschen Berglauf schon einmal eine so genannte „Touristenklasse". Weitgehend Langläufer mit Skistöcken bewältigten die 8,9 km lange Strecke mit einem Höhenunterschied von 1074 m. Im freien Stil, laufend, gehend oder im Schrittsprung, je nach Gutdünken oder Konditionsstand.

Dann wurden vom Dachverband der Sportart Berglauf, dem Deutschen Leichtathletikverband (DLV) Skistöcke untersagt, - aus Sicherheitsgründen- wie zur Begründung angeführt wurde. Der Ski-Club Bergen akzeptierte damals diese Anordnung, obwohl die Begründung nicht gerade nachvollziehbar war: Beim Wasalauf oder anderen großen Volksläufen gehen Zehntausende mit Skistöcken gleichzeitig an den Start und noch nie hat man von „gefährlichen" Situationen" gehört.

„Nordic-Walking" hat nicht nur im Ursprungsland Finnland einen gewaltigen Boom ausgelöst, auch in Deutschland wird das „Gehen mit Stöcken" immer beliebter und entwickelt sich zu einer idealen Ganzkörpersportart mit Wohlfühlgarantie.

Mit einer Spezialkategorie (Rahmenwettbewerb) will der Ski-Club Bergen die alte Hochfellntradition wieder aufleben lassen und der wachsenden Nordic-Walker-Fungemeinde entgegenkommen. Neben den obligatorischen Läuferklassen wird nun auch wieder Geher, Walker, Touristen am 26. September 2004 die Gelegenheit gegeben, die tolle Stimmung dieses traditionellen Großanlasses mitzuerleben.

„Nordic-Walkers", herzlich willkommen beim 31. internationalen Hochfellnberglauf am
26. September 2004 in Bergen/Oberbayern, unweit des Bayerischen Meeres (Chiemsee)

Info: www.hochfellnberglauf.de, dort auch Online-Anmeldung möglich
International: www. berglauf-grand-prix.com
 

 

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